In Diskussionen über die Zukunft der E-Mobilität wird oft die Frage gestellt, welche Auswirkungen dieser künftige Strombedarf auf die bestehenden Netze und die Stromversorgung haben werden. Woher soll der zusätzliche Strom überhaupt kommen?

Die Zulassungszahlen für E-Fahrzeuge steigen stetig. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) nimmt an, dass bis 2020 3% der Schweizer Personenwagen (135’000) rein batteriebetriebene Fahrzeuge sein werden. Das ist 12 Mal mehr als 2016 und bedeutet eine Zunahme des Stromverbrauchs von 0,3 TWh. Dies entspricht 0,5% des jährlichen Landesverbrauchs. Ein zurzeit noch sehr geringer Anteil an der Gesamtproduktion.

Die derzeit grössere Herausforderung stellt das Ladeverhalten der E-Fahrzeuge für die Netze dar. Die E-Fahrzeuge werden mangels öffentlicher Infrastruktur und Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber vorwiegend abends zeitgleich zu Hause geladen. Die Netzbelastung wird daher künftig während dieser Spitzenzeiten höher.


Welche Lösungen stehen für diese sich abzeichnende Entwicklung zur Verfügung?

Die zusätzliche Stromproduktion für E-Fahrzeuge ist nur auf Basis erneuerbarer Energien sinnvoll, da sonst der grosse Vorteil der CO2-Vermeidung beim Fahren weitgehend entfällt. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien stellt daher ein zentrales Ziel für alle elektrischen Formen der Mobilität dar. Sonnenenergie steht nur tagsüber zur Verfügung. Abends, wenn geladen wird, sind künftig Speichermöglichkeiten gefragt, die den Sonnenstrom in der Nacht nutzbar machen und damit die zusätzliche Netzbelastung reduzieren.

Hausbesitzer können die Eigenstromproduktion für ihr E-Fahrzeug einfacher realisieren, wie in Anwil mit der Kombination von PV-Anlage und Batteriespeicher gezeigt wurde. In den anderen Fällen sind Konzepte gefragt, die nicht nur den Ausbau der erneuerbaren Energien auf Ebene Gemeinde und Stadt fördern, sondern daran gekoppelt zentrale Gemeinde- bzw. Quartiersspeicher für den Sonnenstrom mit einplanen. Dadurch werden Lastspitzen gekappt und umfangreiche Netzausbauten reduziert oder entfallen.

Die Digitalisierung der Netze ist ein weiterer Schritt zu einer effizienten und auch zukünftig sicheren Stromversorgung. Die in den nächsten Jahren einzubauenden Stromzähler, sogenannte Smart Meter, geben dem Energieversorger einen genaueren Überblick zum Verbrauchs- und Energie-produktionsverhalten. Dies wiederum ermöglicht verbesserte Prognosen. Hierauf abgestimmt können dem Kunden neue Stromverbrauchsmodelle angeboten werden, die z.B. Zeiten mit hoher Solarproduktion mit niedrigeren Bezugstarifen kombinieren, um die abendlichen Verbrauchsspitzen zu senken. Das intelligente Netz wäre zudem in der Lage, einen Energieaustausch zwischen Gemeinde- und Quartierspeichern zu realisieren, sodass benötigter Strom nur lokal verteilt und nicht über das Gesamtnetz geführt wird.


Was macht EBL, damit E-Mobilität netzverträglich ist?

EBL ist dabei, die genannten Konzepte schrittweise zu entwickeln, um für die Zukunft der erneuerbaren Energien wie auch der wachsenden Bedeutung der E-Mobility Rechnung zu tragen.

Mehr Informationen zu den Projekten der EBL unter: https://www.ebl.ch/de/unternehmen/innovation.html
Alles zum Projekt von Anwil unter: http://www.ebl.ch/anwil
Der Film zum Thementag hier:  https://youtu.be/BWoswtTKZuc