Zurück 06.08.2026

Hausanschluss, Sicherungskasten, Zähler – was im Gebäude passiert

Strom kommt beim Gebäude an. Aber wie wird er intern verteilt – und was schützt vor Überlastung und Kurzschluss? Ein Blick hinter die Wände.

Der Hausanschluss

Vom Verteilnetz im Boden führt ein Erdkabel – der Hausanschluss – ins Gebäude, meist in den Keller oder Technikraum. Dort befindet sich der Hausanschlusskasten mit der Hauptsicherung: Sie schützt die gesamte Hausinstallation vor Überlast und ist gleichzeitig der Übergabepunkt zwischen dem Netz des Energieversorgers und der internen Elektroinstallation des Gebäudes.

Der Stromzähler

Direkt nach der Hauptsicherung folgt der Stromzähler – das Gerät, das den Verbrauch misst. Ältere Zähler zeigen den Verbrauch mechanisch an (das bekannte drehende Rädchen), neuere Zähler sind elektronisch. Smart Meter, die heute zunehmend verbaut werden, können den Verbrauch zeitgenau erfassen und die Daten digital übermitteln. Das ist die technische Voraussetzung für zeitabhängige oder leistungsbasierte Tarife.Energiezähler Sodeco

Das Bild zeigt einen Stromzähler der Firma Sodeco (Genf). Baujahr 1936. Die Bezahlung des Stroms erfolgte "Prepaid": Der Stromfluss wurde erst durch das Einwerfen einer 1-Franken-Münze freigeschaltet (ähnlich wie bei einer Parkuhr). Bild: EBL.

Der Sicherungskasten (Verteilkasten)

Nach dem Zähler geht es weiter zum Sicherungskasten, oft im Korridor oder im Technikraum. Er verteilt den Strom auf einzelne Stromkreise im Gebäude: je nach Ausbau getrennte Kreise für Küche, Badezimmer, Steckdosen und Licht. Jeder Kreis ist durch eine eigene Sicherung (Leitungsschutzschalter) abgesichert. Fällt eine Sicherung, ist nur der betroffene Kreis betroffen, der Rest des Gebäudes bleibt unter Strom.

Ältere Anlagen haben Schraubsicherungen, neuere Automaten-Sicherungen (Leitungsschutzschalter), die sich nach dem Auslösen einfach wieder einschalten lassen. Daneben gibt es Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter), die bei gefährlichen Leckströmen in Millisekunden abschalten – der wichtigste Personenschutz in der modernen Hausinstallation.Smart Meter - Web Tablet_Mobile

Was das alles zusammenhält

Der Weg des Stroms vom Kraftwerk zur Steckdose ist damit vollständig: Produktion, Hochspannungstransport, Umspannung, regionale Verteilung, Hausanschluss, Zähler, Sicherungskasten – und dann der Betrieb des Geräts. Jede Stufe hat eine klare Funktion, und jede ist auf die nächste abgestimmt.

Nächste Woche schliessen wir den Kreis: Wie wird Strom gemessen – und was bedeutet das für die Rechnung?

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie «Energie einfach erklärt».

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