Zurück 16.07.2026

Schweizer Strom – woher kommt er, und was kann ich selbst beitragen?

Wenn man den Lichtschalter betätigt, denkt man selten darüber nach, woher der Strom kommt. In der Schweiz ist die Antwort besonders interessant, und der Anteil, den man selbst beeinflussen kann, wächst.

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Die Schweiz produziert ihren Strom zu einem grossen Teil emissionsfrei. Wasserkraft macht mit rund 55 Prozent den grössten Anteil aus, verteilt auf Lauf- und Speicherkraftwerke in den Alpen und am Mittelland. Kernkraft trägt rund 27 Prozent bei, erzeugt in den Werken Beznau, Gösgen und Leibstadt; Mühleberg wurde 2019 abgeschaltet. Die neuen Erneuerbaren, also Solar, Wind und Biomasse, kommen zusammen auf rund 13 Prozent, wobei der Solaranteil seit Jahren stark wächst. Den Rest decken thermische Kraftwerke und Importe ab, deren Anteil je nach Saison und Marktlage schwankt.

Die Schweiz ist stark ins europäische Verbundnetz integriert. Sie importiert und exportiert Strom je nach Bedarf und Preis und nutzt ihre Pumpspeicher als Ausgleichsinstrument für das gesamte europäische Netz.

Kernkraft: ein Auslaufmodell?

Die bestehenden Schweizer Kernkraftwerke bleiben in Betrieb, solange sie die Sicherheitsanforderungen erfüllen, ohne festes Abschaltdatum. Die politische Diskussion darüber ist offen. Klar ist hingegen: Der wachsende Solaranteil muss in den nächsten Jahren erheblich zulegen, um eine allfällige Lücke zu füllen, sollte ein Werk ausser Betrieb gehen.

Eigenverbrauch – was bedeutet das?

Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat, produziert eigenen Strom. Was man selbst verbraucht, muss man nicht kaufen, das nennt sich Eigenverbrauch. Im einfachsten Fall wird der selbst erzeugte Strom direkt im Haushalt verbraucht, etwa für Geräte, Warmwasser oder das Laden des Elektroautos. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist und vergütet.

Eine Erweiterung davon ist die Eigenverbrauchsgemeinschaft. Mehrere Parteien, etwa in einem Mehrfamilienhaus oder einem Quartier, teilen sich die Produktion einer gemeinsamen Anlage. Jede Partei verbraucht ihren Anteil direkt, der Rest wird ins Netz eingespeist.2023-home2050-Haus-1

Was bringt das konkret?

Eine gut ausgelegte Solaranlage mit Batteriespeicher kann im Sommer einen Haushalt zu einem grossen Teil autark versorgen. Im Winter sinkt die Eigenversorgungsquote deutlich, der Bezug aus dem Netz bleibt notwendig. Der wirtschaftliche Nutzen hängt vom Strompreis, der Einspeisevergütung und den Investitionskosten ab. In jedem Fall lohnt sich bewusster Verbrauch: energieintensive Geräte dann betreiben, wenn die Solaranlage produziert.

Der Blick aufs Ganze

Erneuerbare Energien, Speicher und Eigenverbrauch verändern das Stromnetz grundlegend. Aus einem System, das Strom von wenigen grossen Kraftwerken zu vielen kleinen Verbrauchern transportierte, wird ein dezentrales Netz mit vielen kleinen Produzenten und Verbrauchern zugleich.

Nächste Woche: Wie transportiert das Stromnetz Energie über hunderte Kilometer, und warum spielt die Spannung dabei eine entscheidende Rolle?

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie «Energie einfach erklärt».

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