Solar, Wind, Wasser, Geothermie – erneuerbare Energien sind die Zukunft der Stromversorgung. Mit der zunehmenden dezentralen Produktion stellen sich neue Anforderungen an die Netze.
Traditionelle Kraftwerke können ihre Produktion flexibel anpassen. Sie liefern genau so viel Strom, wie gerade gebraucht wird. Erneuerbare Energien folgen einem anderen Rhythmus: Sie produzieren, wenn die Natur es erlaubt. An einem sonnigen Sommertag fliesst mittags viel Solarstrom ins Netz, auch wenn gerade wenig Nachfrage besteht. Nachts oder im Winter fällt diese Produktion weg.
Das Stromnetz muss zu jedem Zeitpunkt im Gleichgewicht sein: Produktion und Verbrauch müssen übereinstimmen. Weichen sie ab, schwankt die Netzfrequenz. Bei Abweichungen kann durch automatische Zu- oder Abschaltung von Kraftwerken und Speichern der Unterschied ausgeglichen werden.
Zwei Schwankungstypen sind für das Netz besonders relevant. Tägliche Schwankungen entstehen, weil der Stromverbrauch morgens und abends in die Höhe geht, Solaranlagen aber am meisten produzieren, wenn die Sonne am höchsten steht, also um die Mittagszeit. Das Angebot und die Nachfrage fallen zeitlich nicht zusammen.
Dazu kommen saisonale Schwankungen: Im Winter ist der Verbrauch höher, die Solarproduktion aber tief. Im Sommer ist es umgekehrt. Je mehr Solarstrom ins Netz eingespeist wird, desto ausgeprägter werden diese Muster.
Die Antwort liegt in Flexibilität: intelligente Netze, Speichertechnologien wie Batterien und Pumpspeicher, dynamische Tarife und steuerbare Verbraucher. Wetterunabhängige Quellen wie Geothermie können das System zusätzlich stabilisieren.
In wenigen Tagen: Wie lässt sich Strom speichern – und welche Technologien spielen dabei eine Rolle?
Dieser Artikel ist Teil unserer Serie «Energie einfach erklärt».