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Alltag als Lernender Netzelektriker

Geschrieben von EBL | 20.08.2026, 07:00:00

Tim Kräher hat bei der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) seine dreijährige Lehre als Netzelektriker erfolgreich abgeschlossen und wurde per 1. August 2026 als Netzelektriker übernommen. Im Interview blickt er auf seine Ausbildungszeit zurück, erzählt, weshalb er sich für diesen Beruf entschieden hat, und gibt spannende Einblicke in den Alltag angehender Netzelektrikerinnen und Netzelektriker.


Hi Tim, stell dich doch kurz vor und sag uns, was du bei der EBL machst.
Mein Name ist Tim. Ich habe bei der EBL die dreijährige Lehre zum Netzelektriker abgeschlossen und arbeite seit August als Netzelektriker im Team Netz. Meine Aufgabe als Netzelektriker ist es, den Strom vom Kraftwerk zu Euch nach Hause zu bringen. Ohne uns läuft nichts ;-)

Der Netzelektriker-Beruf in der EBL umfasst vier verschiedene Bereiche: 
•    Kabelbau: Hier ziehen wir neue Kabel ein und setzen neue Verteilkabinen.
•    Freileitung: Dieser Bereich umfasst den gesamten Unterhalt der Freileitungen, inklusive periodischer Kontrollen der Masten – zum Beispiel verfaulte Holzmasten – sowie die allgemeine Instandhaltung unseres Netzes. 
•    Öffentliche Beleuchtung: Hier rüsten wir Leuchten auf LED um, richten beschädigte Kandelaber wieder auf oder ersetzen sie komplett. Das passiert übrigens fast einmal pro Woche. Zusätzlich führen wir periodische Kontrollen durch und kümmern uns um die Instandhaltung.
•    Stationenbau: Dieser Bereich umfasst den Unterhalt von Stationen sowie den Um- und Neubau von Trafostationen und den Unterhalt unserer Unterwerke. 

Das Spannende an der Lehre als Netzelektriker ist, dass man in allen diesen Bereichen tätig sein darf. Einerseits klettert man auf Freileitungsmasten, andererseits zieht man Kabel ein, hilft beim Ersetzen von Masten oder arbeitet an der öffentlichen Beleuchtung.


Warum hast du dich für den Beruf Netzelektriker entschieden?
Mir war schon immer klar, dass ich draussen arbeiten möchte und mit meinen Händen etwas bewegen möchte. Ich bin nicht der Typ für ein Büro oder einen Computerarbeitsplatz.

Zur EBL und zu meiner Lehre bin ich durch einen lustigen Zufall gekommen:
Ursprünglich wollte ich Forstwart werden. Leider war es schwierig, dafür eine Lehrstelle zu finden. Danach begann ich eine Lehre als Polymechaniker, merkte aber nach einem halben Jahr, dass dieser Beruf doch nicht ganz zu mir passt. Auf dem Weg zu einem Kollegen in Liestal lief ich einmal bei der EBL vorbei und war sofort von den vielen spannenden Fahrzeugen fasziniert – unter anderem vom Unimog. Gemeinsam mit meinem Kollegen schaute ich anschliessend die EBL-Webseite und das Lehrstellenportal an. Dort entdeckte ich die verschiedenen Lehrberufe wie Logistiker, Informatiker, Kaufmann, Geomatiker – und eben Netzelektriker. Von diesem Moment an war ich Feuer und Flamme für diese Lehre. Nicht nur wegen der coolen Fahrzeuge, sondern vor allem wegen der Herausforderungen dieses anspruchsvollen Berufs: Arbeiten mit Strom, hoch oben auf Masten und mit viel Verantwortung. Das hat mich sofort begeistert.

Witzigerweise war ich mir damals noch nicht einmal sicher, ob ich überhaupt schwindelfrei bin. Trotzdem habe ich mich beworben, durfte schnuppern und erhielt schliesslich die Zusage. Für die Übergangszeit konnte ich sogar bereits ein Praktikum bei der EBL absolvieren, bevor die eigentliche Lehre begann. Das war ein tolles Angebot der EBL.

Auch die Ausbildung selbst ist sehr gut aufgebaut und die Betreuung ist hervorragend. Seit ich die Lehre begonnen habe, kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Besonders schätze ich, dass man bereits während der Ausbildung viel Vertrauen erhält und früh Verantwortung übernehmen darf.


Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Früh am Morgen kommt das ganze Team zuerst auf einen Kaffee zusammen. Danach besprechen wir die Baustellenplanung und erhalten unsere Aufträge vom Baustellenleiter. Anschliessend fassen wir das benötigte Material und fahren auf die Baustelle. Je nach Auftrag sehen die Tage ganz unterschiedlich aus, was meinen Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich macht. Auch das Wetter sorgt immer wieder für neue Herausforderungen.

Ein besonderes Highlight meiner Lehre war ein Projekt in Eptingen: Dort haben wir bei einer 50-kV-Freileitung die Leiterdrähte über eine Distanz von zwei Kilometern ersetzt. Insgesamt waren fünf Masten mit einer Höhe von bis zu 30 Metern betroffen. Die gesamte Baustelle dauerte rund zweieinhalb Wochen – teilweise bei starkem Regen. Da solche Arbeiten nur etwa alle 50 bis 60 Jahre durchgeführt werden, war es für mich eine einmalige Gelegenheit, Teil dieses Projekts zu sein.


Was macht die EBL für dich aus?
Das Arbeiten im Team ist für mich sehr wichtig. Ich kann mich jederzeit auf meine Kollegen verlassen und vertraue ihnen vollkommen. Wir haben es lustig zusammen, aber sobald es ernst wird, arbeiten wir konzentriert, professionell und effizient. Während meiner Lehrzeit durfte ich bereits viel Verantwortung übernehmen und eigene Aufgaben selbstständig lösen.

Ich würde diese Lehre allen weiterempfehlen, die gerne draussen arbeiten, schwindelfrei sind und anpacken wollen, um unser Stromnetz auch in Zukunft am Laufen zu halten.


Vielen Dank für den offenen und spannenden Austausch. Wir freuen uns, mit dir weiter zusammenzuarbeiten, und wünschen alles Gute in deinem weiteren Berufsleben.