Finanzbericht 2015 – Geschäftsbereiche Strom und Netz

Geschäftsbereich Strom

„Die Aufhebung des Euromindestkurses durch die SNB fordert die Schweizer Exportwirtschaft und stellt auch die Energieversorger auf den Prüfstand. Sinkende Strompreise heizen den Wettbewerb um die Kunden an und fördern die Entwicklung von neuen Angeboten.“ Tobias Andrist, Leiter Geschäftsbereich Strom

Mehr als 700 Stromlieferangebote führten 2015 zu einer erfreulichen Zunahme der Kundenbasis

Staatlich geförderte erneuerbare Energien sowie sinkende Preise für Kohle, Gas und CO2-Zertifikate bei stagnierendem Stromabsatz führten die Strompreise in ein Jahrzehntetief und brachten die Schweizer Grosswasserkraft in grosse Bedrängnis. Die vollständige Strommarktöffnung verschiebt sich auf frühestens 2020.

Der Wettbewerb im Stromvertrieb konzentriert und intensiviert sich damit zunehmend im Bereich der Grosskunden. Dank der neuen Produkte Regelenergie und Lastmanagement konnte sich die EBL als innovativer Energiedienstleister im Schweizer Markt positionieren und Marktanteile gewinnen.

Der harte Wettbewerb in Deutschland führte zu einem leichten Kundenrückgang bei schweizstrom.

Dank grossem Einsatz der beteiligten Mitarbeitenden und neuen Fertigkeiten in der Onlinevermarktung konnte Ende Jahr der Trend umgekehrt und Wachstum geschaffen werden. Dank schweizstrom hat EBL einzigartiges Know-how im liberalisierten Strommarkt. Dieses Know-how wird bei der vollständigen Marktöffnung in der Schweiz ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor.

Die Übernahme der Betriebsführung des Solarthermiekraftwerks in Spanien durch die EBL im März konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Der langfristige Betrieb des Kraftwerks ist damit sichergestellt.

Geschäftsbereich Netz

„Um einen effizienten Ausbau für die erneuerbaren Energien zu erreichen und um neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, sind intelligentere Infrastrukturen und neue Denkweisen notwendig.“ Andrea Zinsli, Leiter Geschäftsbereich Netze

Unsere Priorität liegt auf der zuverlässigen und wirtschaftlichen Stromverteilung

Es konnte eine hohe Stromverfügbarkeit von 99,997% erreicht werden, obwohl die aussergewöhnliche Hitze im Sommer Materialschäden und dadurch einige Störungen verursachte.

Die Netznutzungspreise konnten dank Effizienzmassnahmen stabil gehalten werden – trotz Erhöhungen der Abgaben an den Bund und steigender Kosten beim Übertragungsnetz der Swissgrid. Um die bestehende Qualität der Stromverteilung sicherzustellen, investiert die EBL jährlich mehrere Millionen Franken in den Erhalt und Ausbau der Netzinfrastruktur. Das neue Unterwerk Raurica wurde per Ende des Berichtsjahrs fertiggestellt und erfolgreich in Betrieb genommen.

Die Stromlieferung an Coop (Produktions- und Logistikzentrum LoBOS, welches einer Fläche von elf Fussballfeldern entspricht) erfolgte wie geplant Anfang 2016. Die Realisierung der Steckdose für Salina Raurica ist der Grundstein für die künftige Wirtschaftsförderung in diesem Gebiet.

In den Bereichen Trafostationen, Leitungen und öffentliche Beleuchtung konnten für zahlreiche Kunden erfolgreich Projekte und Dienstleistungen realisiert werden.

Im basellandschaftlichen Frenkendorf scheint die Sonne jährlich bis zu 2000 Stunden lang. Vierzig Hausbesitzer der Wohnüberbauung «Eich» installierten eine Solarstromanlage. Für deren Netzanbindung hat die EBL mit Partnern eine innovative «Smart-Grid»-Lösung umgesetzt. Das gemeinsame Fazit mit den Bewohnern war positiv.

Neue Gesellschaft Netz Jura Nord

Mit der Zusammenarbeit zwischen EBL, EBM und IWB auf der Hochspanungsebene (Netzebene 2 und 3 mit Spannungen von 145 000 und 50 000 Volt) werden Kostenvorteile angestrebt und die Versorgungssicherheit in der Region weiter gesteigert.

Falls Sie sich schon Vorweg über die weiteren Geschäftsbereiche einlesen möchten, finden Sie unter folgendem Link weitere Informationen zum Geschäftsbericht 2015: Jahresbericht 2015