Kaum ein Sport hat mehr Fans. Fussball verbindet. Lässt mitfiebern, mitfeiern und mittrauern. Zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Brasilien werden zwei bis drei Millionen Besucher erwartet, davon allein 600 000 aus dem Ausland. Ganz zu schweigen von den Massen vor den Fernsehern. Woran kaum einer denkt: Eine Fussball-WM benötigt auch Energie. Und zwar ziemlich viel. Das weiss auch der Weltfussballverband FIFA und hat daher gemeinsam mit dem Lokalen Organisationskomitee (LOK) eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt.

Anstoss ist am 12. Juni. Einen Monat lang werden sich in Brasilien bis zum 13. Juli die weltbesten Fussballmannschaften der Männer messen. Damit alles reibungslos klappt, haben die Vorbereitungen bereits vor Jahren begonnen. Schon seit am 30. Oktober 2007 in Zürich die Entscheidung für Brasilien als Gastgeber fiel, rüsten sich die zwölf brasilianischen WM-Städte für die Spiele. Stadien werden neu oder umgebaut, Verkehrskonzepte entwickelt und Hotels errichtet. Dabei spielen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz neben den sportlichen und sozialen Aspekten eine immer grössere Rolle. «Ein wichtiges Element der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Messung des Kohlenstoff-Fussabdrucks, des Carbon Footprints, der WM und die Durchführung von Ausgleichsmassnahmen», erklärt Federico Addiechi, Leiter Corporate Social Responsibility bei der FIFA. «Das LOK und die FIFA werden die von ihnen selbst verursachten Emissionen zu 100 Prozent durch Klimaschutzprojekte kompensieren, und auch alle anderen Beteiligten sind gehalten, ihre Emissionen und Abfälle möglichst stark zu reduzieren.»

CO2-Emissionen durch Mobilität

Die FIFA rechnet damit, dass die WM und der im Juni 2013 in Brasilien ausgetragene Konföderationen-Pokal zusammen auf einen CO2-Fussabdruck von mehr als 2,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen kommen werden. Über 80 Prozent davon entfallen auf den Transport von Spielern, Mitarbeitern, Freiwilligen und Zuschauern.

Abfall durch Getränke und Snacks

Abfall ist ein weiteres grosses Thema bei Events dieser Dimensionen. Da kommt allein in den Fussballstadien viel Abfall zusammen. Schliesslich wollen die Zuschauer beim Spiel und in den Pausen etwas trinken und essen. Doch wohin mit den leeren Dosen und Bechern, den Servietten und den Verpackungen? Um möglichst wenig Müll zu produzieren beziehungsweise den Abfall wenigstens wiederzuverwenden, wurden in Brasilien bereits 2013 zum Konföderationen-Pokal 19 Genossenschaften gegründet. Ihr Auftrag: Müll trennen und entsorgen. Durch dieses von der FIFA gemeinsam mit dem LOK und Coca-Cola initiierte Projekt konnten so im letzten Jahr 70 Tonnen Abfall recycelt werden. Gleichzeitig geben die Genossenschaften den Menschen in der Region Arbeit. Bei der Reduzierung des Abfalls läuft es in Brasilien noch nicht so gut wie beim Recycling. Das liegt zum Teil auch an gesetzlichen Auflagen, die der Müllvermeidung entgegenstehen. So müssen etwa aus Hygienegründen Servietten und Trinkhalme einzeln verpackt sein. Zumindest im Hospitality-Bereich der Stadien werden Essen und Getränke auf wiederverwendbarem Geschirr serviert.

Verpflegung: Regionale Produkte bevorzugt

Auch die Herkunft der Nahrungsmittel hat Einfluss auf den Energieverbrauch und die Umwelt. Um weite Transportwege zu vermeiden, ist es sinnvoll, regionale Produkte zu bevorzugen. Tatsächlich bestätigt die FIFA; dass ein Grossteil der Verpflegung in den Stadien lokal produziert wird. Selbst landesweit angebotene Waren werden jeweils regional hergestellt. Für die Hospitality-Angebote werden zudem bewusst nur lokale Dienstleister unter Vertrag genommen, deren Mitarbeiter und Lebensmittel ebenfalls aus der jeweiligen Region kommen. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Einige exklusive alkoholische Getränke wie Champagner werden auch weiterhin importiert. Schliesslich wollen die Fans stilvoll auf den Sieg ihres Teams anstossen können.